20.03.26 - 18.10.26

Vu Lilien
a Linnen

Jugendstil, Handwerk und Kunst in Luxemburg

Image 1

CAL-Jahrbuch, Umschlag illustriert von E. Simminger, 1902-1903 - MNAHA

Image 2

Wandfliese, entworfen von Jean-Pierre Lanser und in Feinfayence ausgeführt von Vereinigte Servais-Werke AG, Ehrang, um 1904 - MNAHA, aus einem Haus in Mamer

Image 3

Entwurf für ein Kunstglasfenster, gezeichnet von Pierre Linster, 1902 - Sammlung Bauer Kunstverglasungen

Image 4

Entwurf für ein Plakat oder Wanddekor, Corneille Lentz, Tempera auf Leinwand, um 1900 - MNAHA, Schenkung der Stiftung Schleich-Lentz

Der
Jugendstil in
Luxemburg

Der Jugendstil - ein Stil, der sich um die Wende zum 20. Jahrhundert in Kunstgewerbe, Architektur und bildender Kunst entfaltete - ist eine Bewegung, die eng mit gesellschaftlichen Fragen verbunden ist. Die stilistische Abkehr vom traditionsverankerten Historismus hing mit einem Geist des Optimismus und der Erneuerung zusammen und zugleich mit der Ablehnung des Einflusses der Industrialisierung auf Kunst und Handwerk. Der Jugendstil erschien als neu zu erfindende Ausdrucksform, die sich von der Natur inspirieren liess und zugleich ihre Zeit und Moderne widerspiegelte. Schoenheit in den Alltag zu bringen und traditionelles Handwerk neu zu bewerten: Das waren die Grundlagen fuer eine bessere Welt.

In welchem Mass bewegten diese Fragen Luxemburg, das sich im 19. Jahrhundert zu einem industrialisierten Land entwickelte? Spiegelte sich dieser gesellschaftliche Wandel auch in der luxemburgischen Kunst? Fanden kuenstlerische Entwicklungen aus dem Ausland im Grossherzogtum Widerhall? Wer praegte diese Debatten im kleinen Grossherzogtum, einem Staat, der erst 1890 mit einer eigenen Dynastie seine volle Unabhaengigkeit erlangte? Wie wurden kuenstlerische Innovationen von der Bevoelkerung aufgenommen?

In Luxemburg faellt die Jugendstilzeit mit der Gruendung einer kuenstlerischen Vereinigung im Jahr 1893 zusammen, die fortan regelmaessig Ausstellungen organisierte. 1902 schuf dieser Cercle artistique den ersten Kunstpreis, den Prix Grand-Duc Adolphe, der bis heute verliehen wird. Auch die Gruendung einer staatlichen Handwerkerschule im Jahr 1896, die sowohl Kuenstler als auch Kunsthandwerker ausbildete, belebte die luxemburgische Kunstszene.

Mit faszinierenden und innovativen Werken, hauptsaechlich aus dem Bereich der angewandten Kunst, mit vorbereitenden Zeichnungen, die noch nie oeffentlich gezeigt wurden, sowie historischen Fotografien erkundet die Ausstellung im Nationalmusée um Feschmaart erstmals vertieft die Jugendstilzeit in Luxemburg. Gleichzeitig veranschaulicht sie den damaligen Willen, Traditionen zu bewahren, und den staendigen Wunsch, sich fuer kuenstlerische Stroemungen aus den Nachbarlaendern zu oeffnen: Deutschland, Frankreich und Belgien. Diese Spannung zwischen Traditionsverbundenheit und Erneuerungswillen, die um 1900 die weiterhin nach Identitaet suchende luxemburgische Nation kennzeichnete, spiegelt sich im kuenstlerischen Ausdruck der Epoche wider.

Image 5

Fotografie der Kunstschmiede-Werkstatt an der Handwerkerschule, um 1900 - Sammlung M. Galowich

Veranstaltungen

Entdecken Sie alle Veranstaltungen zur Ausstellung auf unserer speziellen Webseite.

Veranstaltungen ansehen

Audioguides

Entdecken Sie die Audioguides auf Deutsch.

Audioguides anhoeren